Arzneimittel wie Bisphosphonate und Denosumab werden seit vielen Jahren erfolgreich zur Behandlung von Osteoporose oder bei Knochenmetastasen eingesetzt. Beide Medikamentengruppen zielen darauf ab, den Knochenabbau zu hemmen und die Knochendichte zu stärken.
Aktuelle Daten legen jedoch nahe, dass eine bedeutende Nebenwirkung dieser Therapieform bislang unterschätzt wurde: die Entstehung von medikamentenassoziierten Kiefernekrosen.
Eine groß angelegte, retrospektive Untersuchung an Brustkrebspatientinnen aus Tirol, die den Zeitraum von 2000 bis 2020 umfasste, zeigt:
In 8,8 % der Fälle entwickelten Patientinnen unter dieser medikamentösen Therapie eine Kiefernekrose.
Dieser Wert liegt deutlich höher als in der bisherigen internationalen Literatur angegeben.
Die Autoren der Studie betonen, dass eine frühzeitige Risikoaufklärung und engmaschige zahnärztliche Kontrolle bei Patientinnen unter Bisphosphonat- oder Denosumab-Therapie entscheidend ist, um Komplikationen vorzubeugen.
Quellen:
Österreichische Ärztezeitung, Ausgabe 18 | 25. September 2024
Brunner C. et al. Incidence of Medication-Related Osteonecrosis of the Jaw in Patients With Breast Cancer During a 20-Year Follow-Up: A Population-Based Multicenter Retrospective Study.
Journal of Clinical Oncology, August 20, 2024
https://doi.org/10.1200/JCO.24.00171
Kiefernekrosen sind ernsthafte Komplikationen, bei denen das Knochengewebe im Kiefer abstirbt, was zu Schmerzen, Infektionen und Zahnverlust führen kann. Die Erkenntnisse unterstreichen, wie wichtig eine sorgfältige Risikobewertung und Begleitung bei der Behandlung mit knochenschützenden Medikamenten ist.
Die künstliche Befruchtung (IVF) bietet vielen Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch eine Chance. Doch nicht immer verläuft sie erfolgreich – besonders dann, wenn die Entwicklung der Embryonen beeinträchtigt ist.
Eine aktuelle randomisierte Studie aus China liefert nun interessante Erkenntnisse: Die zusätzliche Gabe von Wachstumshormon könnte die Erfolgschancen in genau diesen Fällen deutlich steigern.
In der Untersuchung wurden:
91 Frauen während der IVF mit täglich 3 IE Wachstumshormon behandelt.
Diese Ergebnisse wurden mit einer Kontrollgruppe von 45 Frauen ohne Wachstumshormon-Vergabe verglichen.
Das Ergebnis:
In der Gruppe ohne Wachstumshormon lag die Geburtenrate bei 17,6 %.
In der Wachstumshormon-Gruppe erreichte die Geburtenrate 41,1 %.
Die Studie deutet darauf hin, dass Wachstumshormon die Kompetenz der Eizellen positiv beeinflussen und somit die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft erhöhen kann – insbesondere bei Frauen mit bisher schlechter Embryonalentwicklung.
Quelle:
Li J, Chen Q, Wang J, Huang G, Ye H. Does growth hormone supplementation improve oocyte competence and IVF outcomes in patients with poor embryonic development? A randomized controlled trial.
BMC Pregnancy Childbirth. 2020 May 20;20(1):310. doi: 10.1186/s12884-020-03004-9
Die Verbindung zwischen Schilddrüsenhormonen und psychischer Gesundheit wird zunehmend durch Studien belegt. Insbesondere das aktive Schilddrüsenhormon T3 (Triiodthyronin) spielt hierbei eine bedeutende Rolle.
Eine Untersuchung* mit 125 Patienten, die an therapieresistenter Depression litten, liefert interessante Erkenntnisse. Die Betroffenen hatten im Durchschnitt bereits 14 verschiedene Medikamente ohne ausreichenden Erfolg erhalten. Im Rahmen der Studie wurde zusätzlich eine Behandlung mit dem Schilddrüsenhormon T3 durchgeführt.
Das Ergebnis:
83 % der Patienten zeigten eine deutliche Verbesserung ihrer depressiven Symptome.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass T3 als Ergänzungstherapie eine sinnvolle Option darstellen kann – vor allem in Fällen, in denen herkömmliche medikamentöse Ansätze nicht ausreichend wirken.
Eine individuell angepasste T3-Therapie könnte dabei helfen, unzureichend behandelte depressive Symptome zu lindern. Wichtig bleibt jedoch eine sorgfältige Diagnostik und engmaschige ärztliche Begleitung.
Quelle:
Kelly T, Lieberman DZ. The use of triiodothyronine as an augmentation agent in treatment-resistant bipolar II and bipolar disorder NOS. J Affect Disord. 2009 Aug;116(3):222-6. doi: 10.1016/j.jad.2008.12.010